für Freundinnen und Freunde    
der deutschen Sprache    
Sigrid Saxens Rechtschreibdienst: Rechtschreibschule

  Rechtschreibschule

zum Umlernen von der Reform- zur Rechtschreibung

Natürlich lernt es sich lieber und leichter von Mensch zu Mensch, und daher wollen wir Anleiter finden und Lehrgänge anbieten. Hier an dieser Stelle können Sie einen Vorgeschmack bekommen, was die beste deutsche Rechtschreibung zu bieten hat, worauf es bei ihr ankommt, und zwar von der Warte eines Menschen, der die Reformschreibung lernen und anwenden mußte. Wer einen Sinn für die Besonderheit unserer Sprache besitzt, will sie auch bestmöglich zu Papier bringen, und das geschieht mittels desjenigen Regelwerkes, das von 1902 bis in die 1950er Jahre gereift ist, damit der Schreibende sich bestmöglich dem Leser mitteilen kann. Diese wichtigste Aufgabe eines Schreibregelwerkes erfüllt die sogenannte Reformschreibung von 1995 samt ihren Nachbesserungen (2004 bis 2011) nicht. (7. Oktober 2019)

Technische Hilfen,
solange man die Rechtschreibregeln noch nicht sicher beherrscht, und als Arbeitserleichterung:
a) Rechtschreibprüfprogramme auf der Grundlage der bewährten Regeln:
Libre Office bietet ein Wörterbuch an, das noch immer laufend gepflegt wird. Libre Office ist unter Linux, Windows und Mac anwendbar.
Für Linux sind außerdem Grundpakete auf der Betriebssystemebene erhältlich, zum Beispiel aspell, das unter anderem auf LaTeX angewendet werden kann (Einbindung in Editoren). (14. November 2019)
b) Der "Umsetzer" wandelt Reform- in Rechtschreibung um: einfach den Text links hineinkopieren und oben auf den Pfeil klicken. Nur auf die Zeichensetzung muß man selbst achten. (8. Dezember 2019)

ß-Regeln (22. Oktober 2019)

R 183 Man schreibt ß im Inlaut nach langem Vokal (Selbstlaut) und nach Doppellaut (Diphthong). (Blöße, Maße, Grüßen; außer, reißen, Preußen)

Diese Regel in der 20. Auflage des Rechtschreibdudens, erschienen 1991, ist als einzige ß-Regel in die Reformschreibung übernommen worden. In der Rechtschreibung gibt es noch mehr Gründe, das ß zu schreiben:

R 184 Man schreibt ß im Auslaut aller Wortstämme, die im Inlaut ß oder ss haben, und „miß-“. [Gruß (grüßen), Maß (messen), ihr haßt (hassen), Kongreß (Kongresse); mißachten]

Bei reiner Großschreibung soll nach R 187 - das große ß ist auch heute kaum verfügbar – für ß Doppel-s verwendet werden und nur bei einer Verwechslungsmöglichkeit wie zwischen Maße und Masse „sz“, also „MASZE“ für „Maße“. Weil es aber überaus wenige Wörter gibt, in denen „s“ und „z“ nacheinander stehen (Abszeß, Auszeit, oszillieren), sollten wir bei der Verwendung von Großbuchstaben immer -SZ- schreiben. Das sticht aus dem Schriftbild heraus wie der Kleinbuchstabe ß und verbessert dadurch die Lesbarkeit. Außerdem sind (Lang-)s und z ja wirklich die Ausgangsbuchstaben des ß. Noch um das Jahr 2000 herum verwendete die (Husumer) Bundeswehr Briefformulare mit der -SZ- Schreibung.

Worttrennung am Zeilenende (in der EDV „Silbentrennung“ genannt) (22. Oktober 2019)

Ein einzelner Buchstabe (Selbstlaut) wird nicht abgetrennt: Ader, eben. (R 178)

„Trenne nie st, denn es tut ihm weh.“ Beispiel: Ki-ste. Ausnahme: Wenn s und t durch eine Wortzusammensetzung aufeinander folgen, Beispiel: Diens-tag und Haus-tier.

„ck“ wird in „k-k“ getrennt, Beispiel: Zuk-ker. (R 179)

Achtung bei zusammengesetzten Wörtern im Deutschen (war-um, dar-in) und bei Fremdwörtern: zum Beispiel -sphäre, -skop, Syn-, Inter-esse (R 181)

Diese sind nur die wichtigsten Regeln. Vor allem bei Fremdwörtern ist noch mehr zu beachten.

Komma (22. Oktober 2019)

Die Reform veränderte die Kommasetzungspflicht bei Mittelwort- und Grundformgruppen. Unten stehen die richtigen („alten“) Regeln.

R 106 Die Partizipialgruppe wird gewöhnlich durch Komma abgetrennt. Beispiele: Aus vollem Halse lachend, kamen sie auf mich zu. Er sank, zu Tode getroffen, zu Boden.

Ist die vorangestellte Partizipialgruppe Subjekt des Satzes (Satzgegenstand), steht kein Komma. Beispiel: Schlecht gefahren ist besser als gut gegangen.

Einige Wortgruppen sind den Partizipialgruppen gleichzustellen, weil man sie durch „habend“, „seiend“, „werdend“, „geworden“ ergänzen kann. Sie werden durch Komma abgetrennt. Beispiel: Neben ihm saß seine Freundin, den Kopf im Nacken, und hörte der Unterhaltung zu. Seit mehreren Jahren kränklich, hatte er sich in ein Sanatorium zurückgezogen.

R 107 Der erweiterte Infinitiv mit „zu“ (die Infinitivgruppe, Grundformgruppe) wird gewöhnlich durch Komma abgetrennt.

Ein Infinitiv ist bereits erweitert, wenn „ohne zu“, „um zu“, „als zu“, „[an]statt zu“ an Stelle des bloßen „zu“ stehen.

Beispiele: Sie ging in die Stadt, um einzukaufen. Du brauchst nichts zu tun, als ruhig abzuwarten. Er hatte keine Gelegenheit, sich zu waschen. Wir hoffen, hiermit Ihre Fragen beantwortet zu haben, und grüßen Sie … Die Ursache des Unglücks festzustellen, hat die Polizei als sehr schwierig bezeichnet.

Es steht aber kein Komma, wenn der erweiterte Infinitiv auf Hilfsverben oder als Hilfsverben gebrauchte Verben folgt. Nur als Hilfsverben werden gebraucht: sein, haben, brauchen, pflegen, scheinen. Beispiele: Die Spur war deutlich zu sehen. Sie haben nichts zu verlieren. Sie pflegt abends ein Glas Wein zu trinken. Du scheinst heute schlecht gelaunt zu sein.

Als Hilfsverben oder als selbständige Verben werden, je nach Bedeutung, die Wörter „drohen“ und „versprechen“ gebraucht.

Als Hilfsverben: Der Kranke drohte (= lief Gefahr) bei dem Anfall zu ersticken. Er verspricht ein tüchtiger Kaufmann zu werden (= allem Anschein nach wird er ein tüchtiger Kaufmann).

Die Reform läßt das Komma vor „und“ und „oder“ zwischen vollständigen Sätzen nur zur Verdeutlichung zu. In der Rechtschreibung gehört es immer an diese Stelle:

R 109 Das Komma trennt nebengeordnete selbständige Sätze. Dies gilt auch dann, wenn sie durch Konjunktionen (Bindewörter) wie „und“ und „oder“ … verbunden sind. Beispiele: Willst du mitkommen, oder hast du etwas anderes vor? Setzen Sie sich dort drüben hin, und verhalten Sie sich ganz ruhig!

Kein Komma steht aber bei durch „und“ oder „oder“ verbundenen selbständigen Sätzen, wenn sie kurz sind und eng zusammengehören: Er grübelte und er grübelte. Tue recht und scheue niemand! (Aber bei verschiedenen Subjekten: Er ruderte, und sie steuerte.)



Bisher vorgesehen sind außerdem die Abschnitte Zusammenschreibung und Kleinschreibung.

Hochwillkommen sind Helfer hierbei, bitte melden!

Ludwig Reiners:
Von der Verfassung,
in der sich eine Sprache befindet, hängt es ab, was in ihr gedacht und gesagt wird.“ (in: Stilkunst – Ein Lehrbuch deutscher Prosa, Ersterscheinung 1961)

Zum Tag der Rechtschreibung am 27. September

Die Umfrage, nach welchen Regeln Sie schreiben, findet statt seit dem 3. November 2019 für 1400 Teilnehmer - gleich mitmachen!