für Freundinnen und Freunde    
der deutschen Sprache    
Sigrid Saxens Rechtschreibdienst: Übrige Rechtschreibänderungen Übrige Änderungen

Damit verständliches Schreiben allmählich wieder möglich wird, nahm der Rat für deutsche Rechtschreibung schon 2004 und weiter zum August 2006 viele Regeln der Reform von 1996 wieder zurück und stellt den Schreibenden manchmal die traditionelle und 1996er Schreibung zur Wahl. Die Überarbeitung der meines Erachtens katastrophalen Neuregelung von 1996 ist hiermit noch nicht abgeschlossen. In dieser Liste finden Sie nur die seit August 2006 für Behörden „möglichst“ (Sollbestimmung) und an Schulen im Vergleich zu „vor 1996“ übriggebliebenen Änderungen, also verordnetes Rechtschreiben nach dem Stand von 2006, so nah wie möglich an der bewährten Schreibung.

Denn bestenfalls finden wir in Rechtschreibverzeichnissen den Vergleich der neuen Regeln mit denen der vorigen Änderung. Neue Rechtschreibverordnungen gab es in den Jahren 1996, 2004 und 2006.
Die Aufstellung, die an dieser Stelle begonnen wurde, überspringt die Vorschriften von 1996 und 2004 und vergleicht die seit August 2006 für Behörden und an Schulen vorgeschriebene Schreibung mit den Regeln, die bis 1995 gültig waren.
Sie soll denen, die sich noch gut in den alten Regeln auskennen und gern so deutlich, wie es vor 1996 erlaubt war, schreiben möchten, sich aber an die neuen Regeln halten müssen, das Schreiben erleichtern.

ss statt ß nach kurzem Vokal ist die auffälligste Änderung: muss statt muß (aber bitte beachten: in D und Österreich weiterhin heißen, Straße, weil Doppel- bzw. langer Vokal)
§ 34: infrage stellen oder in Frage stellen statt infragestellen
§ 35: Verbindungen mit sein werden getrennt geschrieben: da sein statt dasein
§ 39: keine Zusammenschreibung von mehrteiligen Verben mit zu (zu Ende gehen statt zuendegehen) und nach so, wie und zu: so viel(e), wie viel(e), zuviel statt soviel(e), wieviel(e), zuviel(e)
§ 40: Bindestrich in Zusammensetzung mit Ziffern: 17-jährig statt 70jährig, die 70-Jährigen statt die 70jährigen
§ 55: mit Hauptwort zusammengesetzte Tageszeiten groß: heute Mittag statt heute mittag
§ 110: Trennung von st: Wüs-te statt Wü-ste
§ 111: keine Trennung von ck: Zu-cker statt Zuk-ker
beim Alten bleiben statt beim alten bleiben (im Sinne von unverändert bleiben)
deutlich machen statt deutlichmachen (im Sinne von verdeutlichen)
genauso gut statt genausogut
im Übrigen, im Voraus statt im übrigen, im voraus
zurzeit statt zur Zeit (in der Bedeutung von in diesen Tagen)

Die Aufzählung der Änderungen wird fortgesetzt.

Zum Angebot Lektorat

Ludwig Reiners:
Von der Verfassung,
in der sich eine Sprache befindet, hängt es ab, was in ihr gedacht und gesagt wird.“ (in: Stilkunst - Ein Lehrbuch deutscher Prosa, Ersterscheinung 1961)

Hier ist Platz
für weitere treffende Aussprüche und vorübergehende Hinweise

Aus gutem Grund
verwendet die Herausgeberin so oft wie möglich die bewährte Rechtschreibung.